Action Républicaine

bruno da Todi – Auf der Suche nach dem Optimismus
von Louis Bresson
Wenn es eine Gemäldeausstellung gibt, wo man gerne übe einige Sitzplätze verfügen würde, um in aller Ruhe betrachten zu können, dann ist es sicher die, die uns bruno da Todi gerade zeigt.

An das Abstrakte grenzend, verlangen seine Arbeiten von dem, der sie verstehen will, eine Konzentrationsanstrengung, die in einer bequemeren Position als das ermüdende Aufrechtstehen auf den Pflastersteinen der Kapelle des „Hôtel Dieu“ leichter fiele.
Enttäuschende materialistische Betrachtung? Absolut nicht! Eher der Wunsch, diese gleichermaßen gequälte und farbige Malerei … wie das Leben … besser zu verstehen.
Schon auf technischem Gebiet wird unsere Neugier angeregt: Um gewisse tragische Aspekte des Lebens, das er beschreiben will, deutlicher darzustellen, benutzt der Maler … eine Lötlampe. Wodurch also die traditionelle Leinwand wegen ihrer Feuerempfindlichkeit ausscheidet. Die Sperrholzplatten bieten weit größere Arbeitsmöglichkeiten für dieses Mittel, das meines Wissens nach von keinem anderen Maler benutzt wird: das Feuer.
Das Feuer reinigt alles, sagt der Volksmund, aber bevor es die Materie zerstört, quält es sie. So wie das Leben den Menschen seine mehr oder weniger glücklichen Spuren aufzwingt, bevor es sie wieder zu Asche werden lässt.
Trotz der Feuerprüfung, trotz der behandelten Themen (Gehenkte, Witwen, Zerstörung der Erde) und der benutzten Materialien (Stoffreste und Sand) bestätigt die farbliche Harmonie den Optimismus des Betrachters einer Welt, die unaufhaltsam auf ihre Apokalypse zusteuert.
Das alles scheint nicht fröhlich, und es ist wahr, dass der Gehalt des Werkes von bruno da Todi nicht zum Lächeln anregt. Eine längere Betrachtung lässt jedoch die Farben an die Oberfläche der verbrannten Stoffe treten, und man entdeckt die offensichtliche Suche nach einer besseren Welt.
Die Aufeinanderfolge der drei Bilder „Die Welt vor dem Eingriff des Menschen“, „während“ und „danach“ ist übrigens bezeichnend für das Vertrauen des Malers, wenn nicht auf die Weisheit des Menschen, so wenigstens auf eine letztendliche Rückkehr zur ursprünglichen Ruhe.
Auf jeden Fall zeigt sich eine starke Empfindsamkeit für die Weltgeschehnisse, und ganz sicher eine tiefe Aufrichtigkeit in der Wiedergabe des „Empfangenen“ und „Erlebten“. Eine Aufrichtigkeit, die logischerweise zu einem ganz persönlichen Stil führt, der von klarer Technik und vom Sinn für Ästhetik unterstützt wird.